Das kleine Fachlexikon


Hier können Sie nachlesen was bestimmte Fachausdrücke
für eine Bedeutung haben. Zur besseren Übersicht sind die Begriffe
alphabetisch sortiert.


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Starker Haarausfall (Alopezie)
Der Lebenszyklus des Haares
Die Lebensphasen des Haares
Seborrhoe (Sebaceous hypersecretron)
Fettige Schuppen (Pityriasis Steatoides)
Trockene Schuppen (Pityriasis Capitis Simplex)





Anagen
Die erste Phase des Lebenszyklus eines Haares. Sie dauert 3 bis 6 Jahre je nach Alter und
Geschlecht (nach Kligman). Während dieser Phase wächst das Haar 0,2-0,5 mm pro Tag.

Androgene
Mit Androgene werden die vom Körper selbst geildeten  männlichen  Hormone bezeichnet.

Anomalie
Mehr oder weniger ernsthafte Veränderung
der Kopfhaut und/oder der mit ihr
verbundenen Strukturen aus unterschiedlichen Gründen.
 
 



Catagen
Kurze Zwischenphase im Lebenszyklus eines Haares. Dauert 3-4 Wochen (nach Kligman).
Während dieser Zeit werden die Zellenreproduktion und Keratinbildung beendet.

Cuticulla
Äußere Schicht des Haarschaftes aus dünnen,
sich gegenseitig überlappenden Zellenreihen.



Dermatitis
Haut-/Kopfhautentzündung

Desquamation
Abblätterung von
Haut/Kopfhaut in Form eines weißen, feinen Pulvers.

Dihydrotestosteron (DHT)
Entsteht bei dem Köpereigenem Abbau vom Testosteron. DHT drosselt den Stoffwechsel im Haarfollikel.

Drüse
Ein Organ oder Gewebe, das Substanzen produziert und absondert.

Dysplastisch
Veränderungen in der Zellenkomposition eines Organs oder Gewebes. Oft als Folge von
Entzündungen unterschiedlicher Art.

Dystrophisch
Krankhafte Veränderung in der Ernährung eines
Organs oder der mit ihm verbundenen Strukturen.



Endokrine Drüse
Eine Drüse, die Hormone direkt in den Blutkreislauf absondert.

Endogen
Innerhalb des Körpers

Epidermis
Äußerer Bestandteil der Haut, der aus vier Teilen gebildet wird: basale Schicht,

Eutroph
Gewebe oder Organ mit physiologischer Funktion und Volumen.

Exokrine Drüse
Drüse, die ihre Absonderungen an der Oberfläche ausscheidet:
z.B. die Schweißdrüse sondert ihre Sekretion an der Hautoberfläche ab.

Exogen
Außerhalb des Körpers



Follikel
Aushöhlung der Kopfhaut, die ein oder mehrere Haare enthält.
Die Öffnung des Follikels wird Ostium genannt.



Haarschaft
Der herausragende Teil des Haares, der sich vom Haaransatz an der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen erstreckt.

Haarwurzel
Ein Teil des Haarschaftes, der sich in der Haut befindet und von Hüllen umgeben ist.

Haut
Organ, das die gesamte Körperfläche bedeckt.
Besteht aus Epidermis (äußere Schicht) und Derma (innere Schicht).

Hormone
Substanzen unterschiedlicher Natur (Fett, Protein), die von endokrinen
Drüsen produziert und direkt in den Blutkreislauf abgesondert werden.

Hornhaut
Die letzte Außenschicht der Epidermis. Sie besteht aus Keratinozyten,
d.h. Zellen, die reich an Keratin sind.

Hydro-Lipide Schicht
Ein Wasser-Fett-Film, der für die Erhaltung des Feuchtigkeitsgehaltes der
Kopfhaut/Haut sorgt und ein Teil des thermoregulierenden Prozesses ist.

Hyperhidrosis
Vermehrte Schweißneigung die durch überhöhte Sekretion der Schweißdrüsen verursacht wird.
Tritt bei Unterernährung von Organen oder Geweben auf, bei gleichzeitiger Volumenminderung.

Hypotrophisch
Betrifft Organe oder Gewebe, die unter mangelhafter
Ernährung leiden und dessen Volumen folglich schrumpft.



Keratin
Ein weitverbreitetes Protein, unlöslich im Wasser, besonders reich an Schwefel.
Der Hauptbestandteil von Nägeln und Haaren.

Kortex
Zwischenschicht des Haarschaftes, reich an hartem Keratin. Bestimmt die Stärke des Haarschaftes.



Lipide
Substanzen, die nicht im Wasser löslich sind; auch Fette genannt.



Medulla
Der mittlere Teil des Haarschaftes, nur bei Erwachsenen vorhanden.
Kann vollständig oder teilweise fehlen. Das Vorhandensein ist für den gesunden
Zustand der Haare nicht ausschlaggebend.

Mitosis
Zellenreproduktion

Minoxidil
Ein Wirkstoff gegen Bluthochdruck.



Östrogen
Weibliches Hormon.



Pathologisch
krankhaft

pH:
Meßeinheit für das Vorhandensein der H+ Ionen im Wasser. Der pH-Wert steht für den negativ-dekadischen Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration. Die Skala für diesen Wert reicht von 0 bis 14, wobei der Neutralpunkt bei 7 liegt. Je weiter der pH-Wert sich dem Nullpunkt nähert, desto stärker wird die Säure. Je weiter er nach oben steigt desto alkalischer bzw. basischer wird die Lauge.

Physiologisch
Natürliche oder normale Funktionsprozesse in lebenden Organismen.

Pitirosporum Ovalis
Mikroorganismen der menschlichen Haut, die ein Bestandteil der normalen Mikrobenflora sind.

Psoriasis
Hauterkrankung, bei der rote Flecken auftreten, die mit mehrschichtigen,
weiß-silbrigen Schuppen bedeckt sind.



Stachelzellschicht
Granulare Schicht und Hornhaut. An den Handflächen und Fußsohlen
befindet sich noch eine fünfte Schicht zwischen der Granulat- und
Hornhautschicht: Stratum Lucidum.

Schuppen
Abblätterung von relativ dicken Hautpartikeln der
Hornhautschicht der Kopfhaut.

Seborrhoe
Überproduktion der Talgdrüsen.
Seborrhoe Oleosa: extrem fettige Haut;
Seborrhoe Sicca: trockenes Abschuppen.
Seborrhöe Dermatitis: Ausgedehnte Verhornungsstörung



Talgdrüse
Eine Drüse, die Sebum (Talg) produziert. Dieses besteht aus Fett, Keratin und abgestorbenen Zellenresten. Die Talgdrüsen sind in der mittleren Schicht der Haut angesiedelt. Jede Drüse ist mit einem Haar verbunden. Die Talgdrüse fungiert als eine Art "Gleitmittel" während der
Wachstumsphase des Haares. Ist die Talgproduktion normal und physiologisch ausgeglichen,
erfüllt sie eine schützende Funktion.

Telogen
Letzte Phase des Lebenszyklus eines Haares. Dauert 3-6 Monate. Die keratinerzeugende Phase ist beendet und die Haarzwiebel löst sich vollständig von der Haarpapille. Diese Phase dauert an, bis das Haar herausfällt. Danach beginnt die Anagen-Phase der neuen Haarzwiebel.

Testosteron
Ist ein männliches Hormon das vor allem wichtig für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale ist.

Toxine
Giftige oder schädliche Substanzen chemischen,
industriellen oder natürlichen Ursprungs.

Trophisch
Bezieht sich auf den Ernährungszustand eines Organs oder Gewebes.

17-Alpha-Estradiol
Ein synthetisch hergestelltes Östrogen.




Starker Haarausfall (Alopezie)
 

Jeder gesunde Mensch verliert täglich 50-60 Haare. Dies ist absolut normal und beeinträchtigt nicht das Erscheinungsbild der Haare, deren Gesamtanzahl bei 100.000/150.000 liegt. Das Haar fällt aus, sobald es die Telogenphase erreicht hat, d.h. die Endphase des Haarlebenszyklus, der sich bei Männern über 3-5 Jahre erstreckt und bis zu 7 Jahren bei Frauen.

Wenn der tägliche Haarausfall bei viel mehr als 50-60 Haaren liegt, kann dies nicht länger als physiologisch normal betrachtet werden. Es liegt eine Störung vor, die durch mehr oder weniger ernste Faktoren hervorgerufen wurde, die sowohl exogener (außerhalb des Körpers): ungeeignete Billigprodukte, zu häufiger Einsatz von Haartrocknern, unsanftes Bürsten als auch endogener Natur sein können (innere Gründe): unausgewogene Ernährung, Nervosität oder psychische Störungen, Hormonstörungen, Streß oder erbbedingte Faktoren.

Bei einem starken Haarausfall kann das Haar entweder normal oder matt und glanzlos sein, ohne Volumen, oder sogar fettig (wie im Falle von androgenischer Alopecia) aufgrund der übersteigerten Talgproduktion. Die Kopfhaut kann entweder trocken, blaß und angespannt sein, oder aber fettig und schmierig aufgrund der erhöhten Talgproduktion.




Der Lebenszyklus des Haares

Jedes einzelne Haar hat seinen eigenen Lebenszyklus. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Haares beträgt 3-5 Jahre, bei Frauen können es sogar 7 Jahre sein.
Ein Erwachsener hat ungefähr 100.000 -150.000 Haare. 83-88% von denen befinden sich in der Wachstumsphase (Anagen),1 % in der Zwischenphase (Catagen) und die restlichen 11-16% in der Ausfallphase (Telogen). Ein gesunder Mensch, der keinen besonders schädigenden Einflüssen ausgesetzt ist, verliert täglich 50- 60  Haare.




Die Lebensphasen des Haares

Trophisches  Anagen

In der Anagenphase wächst das Haar monatlich ca. 1-1,5 cm. Das Wachstum ist das Ergebnis der Zellenreproduktion im Bereich der Haarzwiebel (mitotische Aktivität) und der Keratogenese, der Erzeugung von Keratin, einem Protein, welches die physikalischen Eigenschaften des Haarschaftes bestimmt. In der Anagenphase ist die Haarzwiebel unten breit mit zwei dunklen Stellen (Melanosebereich oder Keimschicht und Keratogenbereich). Die Hüllen sind deutlich sichtbar. Die Anagenphase dauert 3-5 Jahre bei Männern und 6-7 Jahre bei Frauen.

Dysplastisches Anagen

Wenn das Haar dünner an der Wurzel ist, die Haarzwiebelhüllen und der dunkle Bereich jedoch noch sichtbar sind, handelt es sich um eine geringe und kurzfristige Anomalie.

Dystrophische Haarwurzel

Wenn das Haar sehr dünn ist, mit Haarwurzeln, die noch dünner als das Haar sind, und wenn die Haarzwiebelhüllen vollständig verschwunden sind, ist dies ein Zeichen einer gravierenden Anomalie der Haarzwiebel.

Catagen

Die Catagenphase folgt der Anagenphase und ist rückbildend. Sowohl die mitotische als auch die keratogene Aktivität werden gestoppt. Dunkle Stellen sind nicht mehr sichtbar, mit Ausnahme der Mitte der Haarzwiebel, die sich etwas gelöst hat, obwohl sie nach wie vor mit der Hautpapille durch einen dünnen Faden von Hautzellen verbunden ist. Die Hüllen sind verschwunden oder dünner geworden. Die Catagenphase dauert zwei bis drei Wochen.

Telogen

Telogen ist die letzte Phase im Leben eines Haares. Die Haarzwiebel hat sich vollständig von der Hautpapille getrennt und steigt allmählich zur Öffnung des Haarfollikels. Unter dem Mikroskop erscheint sie klar, knüppelförmig, ohne Hüllen und dunkle Stellen. Das Haar befindet sich etwa drei Monate lang in der Telogenphase, bevor es herausfällt.
 




Seborrhoe (Sebaceous hypersecretron)

Die Talgdrüsen sind für die Produktion von Talg verantwortlich, einer Substanz, die zusammen mit dem von den Schweißdrüsen produzierten Schweiß die Wasser-Fett-Schutzschicht der Kopfhaut bildet. Bei einer übersteigerten Talgproduktion wird die Kopfhaut schmierig, das Haar fettig und schwer. Die Ursachen für eine Talgüberproduktion können in exogenen Faktoren (außerhalb des Körpers: ungeeignete Produkte, grobe Massage), aber insbesondere in endogenen Faktoren liegen (innerhalb des Körpers: Hormonstörungen, Streß, unausgewogene Ernährung).

Besondere Aufmerksamkeit muß der Unterscheidung zwischen den Symptomen der Seborrhoe und denen der Hyperhidrosis (erhöhte Aktivität der Schweißdrüsen) gewidmet werden. Die Hyperhidrosis bewirkt ebenfalls fettige Kopfhaut und fettigen Haaransatz, die Haarlängen und Spitzen sind jedoch im Unterschied zur Seborrhoe besonders trocken und spröde.




Fettige Schuppen (Pityriasis Steatoides)

Die Schuppenbildung ist auf eine erhöhte Desquamation (Abschuppung) der Hornschicht der Epidermis (die oberste Schicht der Haut) zurückzuführen. Die Ursache kann sowohl endogen (liegt im Körper: unausgewogene Ernährung, Streß, Vitamin- und/oder Mineralstoffmangel) als auch exogen ( äußere Einflüsse: aggressive Shampoos, zu starkes und heißes Fönen, Haarlotions mit hohem Alkoholgehalt) sein.

Diese Faktoren können den reproduktiven Zyklus der Epidermis soweit beschleunigen, daß es zur Absonderung von unzähligen Flöckchen kommt, die generell als Schuppen bezeichnet werden. Es muß zwischen trockenen und fettigen Schuppen unterschieden werden.
Im Falle von fettigen Schuppen ist die Kopfhaut fettig und gerötet (leicht entzündet); sie ist stellenweise mit mitteldicken, graugelblichen Flöckchen bedeckt, die an der Haut haften. Diese Erkrankung verursacht Juckreiz und einen unangenehmen Geruch.

Das Haar kann entweder normal oder fettig sein. Fettige Schuppen sind normalerweise mit überhöhter Talgsekretion verbunden, die die Vermehrung des Pitirosporum Ovalis begünstigt, eines Pilzes, der Reizungen der Kopfhaut hervorruft, auf die diese mit Beschleunigung des natürlichen Abschuppungsprozesses reagiert; dem Ausbruch der Schuppenbildung. Im Verlauf der Entstehung von fettigen Schuppen kann es zu einer ernsthafteren Form der Erkrankung kommen: Seborrhöe Dermatitis, von der ebenfalls Gesichtspartien betroffen werden (Augenbrauen, Nasen- und Kinnfurche etc.)




Trockene Schuppen (Pityriasis Capitis Simplex)

Die Schuppenbildung ist auf eine erhöhte Desquamation (Abschuppung) der Hornschicht der Epidermis (die oberste Schicht der Haut) zurückzuführen. Die Ursache kann sowohl endogen (liegt Im Körper: unausgewogene Ernährung, Streß, Vitamin- und/oder Mineralstoffmangel) als auch exogen (äußere Einflüsse: aggressive Shampoos, zu heißes Fönen, Haarlotions mit hohem Alkoholgehalt) sein.

Diese Faktoren können den reproduktiven Zyklus der Epidermis soweit beschleunigen, daß es zur Absonderung von unzähligen Flöckchen kommt, die generell als Schuppen bezeichnet werden. Es muß zwischen trockenen und fettigen Schuppen unterschieden werden. Bei trockenen Schuppen ist die Kopfhaut sehr trocken, aber nicht gerötet; sie ist vollständig mit grau-weißen Flöckchen bedeckt. Diese Unregelmäßigkeit verursacht jedoch keinen Juckreiz oder unangenehmen Geruch. Das Haar kann normal oder trocken sein.

Trockene Schuppen werden meistens durch exogene Faktoren hervorgerufen, die das Austrocknen der Kopfhaut zur Folge haben. Aus diesem Grunde ist es wichtig, feuchtigkeitsspendende Produkte zu verwenden, die darüber hinaus der Reproduktion von Pitirosporum Ovalis entgegenwirken, d.h. einem Pilz, der normalerweise 40% der gesamten Mikrobenflora der Kopfhaut bildet. Bei erhöhter Schuppenbildung vermehrt sich dieser Pilz jedoch so schnell, daß er bis 75% der gesamten Mikrobenflora darstellt.



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